Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen gehören zu den häufigsten Kopfschmerzformen. Typisch sind eher drückende, beidseitige Schmerzen, die sich wie ein Band um den Kopf anfühlen können. Im Unterschied zur Migräne stehen meist nicht Übelkeit, starke Lichtempfindlichkeit oder deutliche Aktivitätsverschlechterung im Vordergrund.

Wann ist an Spannungskopfschmerz zu denken?

Spannungskopfschmerzen werden häufig als dumpf, drückend oder einengend beschrieben. Die Schmerzen können am Kopf, im Gesicht oder auch im Nackenbereich spürbar sein. Typisch ist, dass Alltagsaktivitäten meist weiter möglich sind und sich die Beschwerden nicht so klar attackenhaft anfühlen wie bei Migräne. Sie können ab 30 Minuten dauern, aber auch deutlich länger anhalten. 

Wann ist eine neurologische Abklärung sinnvoll?

Eine neurologische Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn:

  • Kopfschmerzen neu auftreten

  • sie häufiger oder stärker werden

  • die Beschwerden mehrmals pro Woche auftreten

  • unklar ist, ob eher Spannungskopfschmerz, Migräne oder eine andere Kopfschmerzform vorliegt

  • Schmerzmittel immer häufiger gebraucht werden

  • zusätzlich andere neurologische Beschwerden bestehen.
    Die NHS empfiehlt eine ärztliche Abklärung insbesondere dann, wenn Kopfschmerzen mehrmals pro Woche auftreten oder stark sind. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei Spannungskopfschmerzen können je nach Situation Schmerzmittel, Entspannungsverfahren, Bewegung, Schlafregulation und der Blick auf mögliche Auslöser hilfreich sein. Einflussfaktoren können unter anderem Stress, Schlafprobleme und Koffein sein. Auch ein zu häufiger Gebrauch von Schmerzmitteln kann Kopfschmerzen verstärken oder aufrechterhalten. 

Spannungskopfschmerz individuell einordnen

Nicht jeder drückende Kopfschmerz ist automatisch harmlos, und nicht jede häufige Kopfschmerzform ist eine Migräne. Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden ist es sinnvoll, das Muster genau zu verstehen und die Behandlung daran auszurichten. 

Spannungskopfschmerz ist nicht gleich Migräne

Die Unterscheidung zwischen Spannungskopfschmerz und einer milden Form der Migräne ist in der Praxis nicht immer ganz einfach. Gerade bei häufigen Kopfschmerzen können auch Mischbilder vorkommen. Typisch für Spannungskopfschmerzen sind eher beidseitige, drückende Beschwerden ohne die für Migräne oft typischen Begleitsymptome wie starke Übelkeit oder deutliche Licht- und Lärmempfindlichkeit. 

Wie läuft die Diagnostik?

Im Mittelpunkt stehen eine genaue Anamnese und die neurologische Untersuchung. Wichtig sind dabei unter anderem:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?

  • Wie häufig treten sie auf?

  • Wo sitzen sie?

  • Fühlen sie sich eher drückend oder pulsierend an?

  • Gibt es Begleitsymptome?

  • Wie häufig werden Schmerzmittel eingenommen?
    Ziel ist es, das Kopfschmerzmuster sauber einzuordnen und andere Kopfschmerzformen oder Verstärkungsfaktoren zu erkennen.

Wichtig bei häufigen Beschwerden

Wenn Spannungskopfschmerzen sehr häufig auftreten, nimmt ihre Bedeutung deutlich zu. Hierbei können episodische Spannungskopfschmerzen häufig relevant für die Lebensqualität sein, chronische Spannungskopfschmerzen können stark beeinträchtigen. Gerade dann ist eine strukturierte neurologische Einordnung sinnvoll.