Häufige Kopfschmerztage
Je öfter Migräne oder Spannungskopfschmerz auftreten, desto größer ist das Risiko eines Übergebrauchs.
Endlich wieder Tage ohne Kopfschmerzen und ohne den ständigen Griff zur Tablette: Für viele Betroffene ist das nach einer gezielten Behandlung wieder erreichbar. Der Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entsteht, wenn Schmerz- oder Migränemittel sehr häufig eingenommen werden. Er ist weit verbreitet, wird aber selten erkannt. Die gute Nachricht: Er lässt sich durchbrechen. Gemeinsam finden wir einen sicheren Weg, Schritt für Schritt und mit enger Begleitung.

Wer häufig unter Kopfschmerzen oder Migräne leidet, greift verständlicherweise oft zu Medikamenten. Doch wenn Akutmittel über Monate an zu vielen Tagen eingenommen werden, kann das Gehirn empfindlicher auf Schmerz reagieren. Die Kopfschmerzen werden dann häufiger statt seltener. Es entsteht ein Kreislauf, aus dem man allein nur schwer herausfindet.
Von einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz spricht man, wenn bei einer bestehenden Kopfschmerzerkrankung an 15 oder mehr Tagen im Monat Kopfschmerzen auftreten und über mehr als drei Monate regelmäßig Akutmedikamente genommen werden. Bei einfachen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol gilt das ab 15 Einnahmetagen im Monat, bei Triptanen, Kombinationspräparaten oder Opioiden bereits ab 10 Tagen.
Wichtig ist mir: Niemand ist „selbst schuld“. Der Übergebrauch entsteht fast immer aus dem nachvollziehbaren Wunsch, den Alltag trotz Schmerzen zu bewältigen.
Der wichtigste Schritt der Behandlung ist eine Pause von den Akutmedikamenten. Das klingt zunächst beängstigend, denn gerade sie haben bisher Erleichterung gebracht. Deshalb gehen wir diesen Schritt nicht unvorbereitet. Wir besprechen genau, was auf Sie zukommt, legen fest, was Sie in schwierigen Momenten tun können, und beginnen parallel eine vorbeugende Behandlung Ihrer Grunderkrankung.
In den ersten Tagen der Pause können die Kopfschmerzen vorübergehend zunehmen, manchmal begleitet von Unruhe, Übelkeit oder Schlafproblemen. Diese Phase geht vorbei, meist innerhalb von etwa einer bis zwei Wochen. Danach erleben viele Betroffene, dass die Zahl ihrer Kopfschmerztage deutlich sinkt und Akutmittel wieder besser wirken.
In den meisten Fällen ist die Medikamentenpause ambulant gut möglich. Wurden über längere Zeit Opioide, Beruhigungs- oder Schlafmittel eingenommen, ist eine stationäre Begleitung sicherer. Das klären wir vorher gemeinsam.
Je öfter Migräne oder Spannungskopfschmerz auftreten, desto größer ist das Risiko eines Übergebrauchs.
Die vorbeugende Einnahme „sicherheitshalber“ vor wichtigen Terminen erhöht unbemerkt die Einnahmetage.
Sie können schon bei vergleichsweise wenigen Einnahmetagen zum Übergebrauch führen.
Ohne vorbeugende Behandlung bleibt oft nur das Akutmittel und der Kreislauf setzt sich fort.
Ausführliches Gespräch, neurologische Untersuchung und eine genaue Übersicht Ihrer Medikamente, um Grunderkrankung und Einnahmemuster sicher zu bestimmen.
Eine gut vorbereitete Medikamentenpause mit klarem Plan für schwierige Tage und enger ärztlicher Begleitung.
Eine leitliniengerechte Prophylaxe der zugrunde liegenden Kopfschmerzerkrankung sowie klare Regeln für den künftigen Umgang mit Akutmitteln.
Gerade in den ersten Wochen nach der Medikamentenpause ist eine verlässliche Begleitung entscheidend. Wir bleiben in engem Kontakt, bei Bedarf auch per Videosprechstunde, damit wir Ihre Behandlung rechtzeitig anpassen können. Ziel ist nicht nur, den Kreislauf zu durchbrechen, sondern dass Sie langfristig wieder mehr gute Tage haben und Ihren Medikamenten wieder vertrauen können.
Vereinbaren Sie Ihren Termin online oder melden Sie sich telefonisch bei mir unter 0176 – 2017 1833.
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie mir gern, ich antworte persönlich.
Zum KontaktEin Hinweis sind Kopfschmerzen an den meisten Tagen des Monats bei gleichzeitig häufiger Einnahme von Akutmitteln. Ein Kopfschmerz- und Medikamententagebuch schafft schnell Klarheit.
Bei einfachen Schmerzmitteln ab etwa 15 Einnahmetagen im Monat, bei Triptanen und Kombinationspräparaten bereits ab 10 Tagen, jeweils über mehr als drei Monate.
Nein, nur für die Zeit der Medikamentenpause. Danach dürfen Sie Akutmittel wieder nutzen, dann aber gezielt und an weniger Tagen.
Die schwierigste Phase dauert meist ein bis zwei Wochen. Die volle Wirkung zeigt sich oft erst nach einigen Wochen bis Monaten, vor allem in Kombination mit einer vorbeugenden Behandlung.
Ja, das Rückfallrisiko ist vor allem im ersten Jahr erhöht. Eine wirksame Prophylaxe und regelmäßige Kontrollen senken es deutlich.
Kostenfrei: ein neurologisches Thema verständlich erklärt, dazu Termine, Vorträge und Neues zu Buch und Online-Kursen.